Zwischen Fokus und Vorfreude: Eine Saison mit Perspektive
Der Blick zurück auf die bisherige Saison fällt differenziert, aber insgesamt positiv aus. Cheftrainer Benjamin Herth beschreibt den bisherigen Verlauf treffend als „Sandwich“: eine Niederlage zum Auftakt, ein Unentschieden zum Abschluss der Hinrunde – dazwischen jedoch viele überzeugende Auftritte. Gerade diese Spiele zeigen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. „Das, was dazwischen passiert ist, war in den meisten Spielen sehr, sehr gut“, so Herth. Zufriedenheit im Sinne von Zurücklehnen gibt es dennoch nicht. Im Gegenteil: Jetzt beginne die Saison erst richtig – mit den entscheidenden Monaten vor der Brust.
Besonders beeindruckend war in den Augen des Trainerteams der Umgang mit schwierigen Auswärtsaufgaben. Dort, wo man in den vergangenen Jahren noch ins Stolpern geraten war, trat das Team diesmal mit Konsequenz, Fokus und Reife auf. Die Mannschaft ließ wenig anbrennen und nahm wichtige Punkte mit – ein Faktor, der im engen Rennen um die Spitzenplätze noch entscheidend werden kann.
Auch Teammanager Felix Schmidl hebt die Reaktion nach Rückschlägen hervor. Nach der Niederlage gegen Landshut habe sich die Mannschaft nicht hängen lassen, sondern eine klare Antwort auf dem Feld gegeben. Gleichzeitig bleibt auch bei ihm ein kleiner Makel: Das Unentschieden gegen Bayreuth schmerzt. „Am Ende hätten wir dieses Spiel gewinnen müssen“, sagt Schmidl offen – und spricht damit einen Punkt an, der sich wie ein roter Faden durch die Analyse zieht.
Entwicklung statt Stillstand
Verbesserungspotenzial sieht das Trainerteam in allen Bereichen – ganz bewusst. „Beim Besserwerden gibt es keinen Deckel nach oben“, betont Herth. Konkret geht es um feinere Abstimmungen in der Abwehr, noch konsequenteres Tempospiel und klarere Lösungen für enge Spielsituationen, etwa über Standards. Auch die Chancenverwertung nennt Schmidl als einen der wichtigsten Punkte für die Rückrunde.
Der aktuelle Tabellenplatz? Solide, aber mit Luft nach oben. Ein, zwei Punkte mehr hätte man gerne auf dem Konto. Gleichzeitig herrscht Einigkeit darüber, dass die bisherigen Rückschläge auch ihren Wert hatten: als Warnsignal, als Fokus-Schärfer – und als Erinnerung daran, dass in dieser Liga nichts selbstverständlich ist.
Eine Mannschaft, die zusammenwächst
Sportlich wie menschlich zeigt die Kurve nach oben. Das Zusammenspiel innerhalb des Teams wird von allen Verantwortlichen als große Stärke beschrieben. Neue Spieler haben sich schnell integriert, der Kader wirkt geschlossen und ausgeglichen. Mannschaftsverantwortlicher Flo Wuka hebt besonders die Breite hervor: Jeder Spieler habe seine Rolle, jeder könne Akzente setzen. Genau diese Ausgeglichenheit unterscheide das Team von vielen Konkurrenten in der Regionalliga.
Dazu kommt ein klar erkennbares Profil auf dem Feld: schnelles Tempospiel, offensive Abwehr, hohe Athletik und eine spürbare Gier nach Toren. Vor allem in Topspielen soll diese Identität künftig noch deutlicher sichtbar werden.
Volle Herausforderung ab Januar
Der Spielplan lässt keine Schonfrist zu. Gleich nach der Weihnachtspause wartet ein unangenehmer Auswärtsgegner, gefolgt von zwei echten Heimspiel-Krachern. „Diese Spiele werden für den weiteren Saisonverlauf eine gewisse Aussagekraft haben“, sagt Herth. Die Zielsetzung ist klar: Punkte sammeln – und zu Hause möglichst alles behalten.
Für die Rückrunde wünschen sich die Verantwortlichen vor allem eines: noch mehr Fokus. Fünf bis zehn Prozent mehr Konzentration im Training, mehr Intensität in jeder Minute, mehr mentale Schärfe für enge Spielsituationen. Denn genau dort entscheidet sich am Ende oft eine Saison.
Motivation, Menschlichkeit und ein gemeinsames Ziel
Was Trainer und Verantwortliche antreibt, ist weniger ein einzelnes Ergebnis als der tägliche Prozess. Die Arbeit mit ambitionierten Spielern, die bereit sind, sich weiterzuentwickeln, Erfolge zu genießen und an Schwächen zu arbeiten. „Leistungsgedanke, Challenge und ein gutes Miteinander – so stelle ich mir das vor“, beschreibt Herth seine Motivation.
Und auch der Blick nach vorne ist eindeutig formuliert. Felix Schmidl hofft, am Saisonende sagen zu können, dass sich das Team erneut weiterentwickelt hat – und dass der Aufstieg geschafft wurde. Flo Wuka formuliert es emotionaler: Stolz auf das, was Mannschaft, Team und Verein über elf Monate geleistet haben.
Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, wird sich zeigen. Spätestens am 9. Mai 2026, gegen 18 Uhr, wird man wissen, wo man steht. Bis dahin ist der Weg klar: von Spiel zu Spiel, mit voller Leidenschaft – und mit einer Mannschaft, die Lust auf mehr macht.