Was für ein Handballkrimi in der Kerschensteiner-Halle! Die weibliche B‑Jugend der SG Regensburg lieferte sich am Sonntagvormittag ein intensives, temporeiches und bis zur letzten Sekunde spannendes Duell mit Nabburg/Schwarzenfeld – und belohnte sich am Ende mit einem hauchdünnen, aber hochverdienten 25:24‑Heimsieg.
Starker Start und frühe Dominanz
Nach einem ersten schnellen Gegentor zum 0:1 fand die SG sofort in die Partie. Bereits in der 3. Minute glich Lisa Groß mit einem kraftvollen Wurf zum 1:1 aus. Von da an übernahmen die Regensburgerinnen das Kommando:
Die Abwehr stand kompakt, die Mädels arbeiteten aggressiv und aufmerksam, und im Angriff wurden die Chancen konsequent genutzt. Besonders die Manndeckung der starken Nabburger Spielmacherin durch Larissa Walla stellt Nabburg in dieser frühen Phase vor erste große Herausforderungen. Nach 10 Minuten führte die SG verdient mit 6:4, ehe das Trainerteam beim Stand von 6:4 das erste Timeout nahm, um die Mannschaft weiter zu stabilisieren.
Nabburg bleibt dran – SG setzt Nadelstiche
Die Gäste ließen jedoch nicht locker. Immer wieder war es die treffsichere Theresa Söllner, die sich auch durch Manndeckung nicht komplett ausschalten ließ, die mit dynamischen Eins-gegen-Eins-Aktionen und sicheren Siebenmetern Druck machte. Doch die SG antwortete jedes Mal entschlossen:
Auch wenn Nabburg zwischenzeitlich zum 9:9 ausglich, blieb die SG cool. Ein starker Zwischenspurt brachte die 14:11‑Halbzeitführung.
SG baut Führung aus – doch das Spiel kippt
Nach der Pause knüpfte die SG zunächst nahtlos an die starke erste Hälfte an. Bis zur 30. Minute erspielten sich die Regensburgerinnen eine komfortable 18:13‑Führung.
Doch dann wurde das Spiel hektischer. Nabburg nutzte kleine Unkonzentriertheiten, kam über schnelle Angriffe und eine gute aufgelegt Rechtsaußen Tor um Tor heran. Beim 20:17 war der Vorsprung fast aufgebraucht.
Nervenkrimi in der Schlussphase
Die letzten zehn Minuten hatten alles, was ein echtes Handball-Drama braucht:
- Zeitstrafen auf beiden Seiten,
- ein emotionales Publikum,
- wechselnde Führungen,
- und zwei Teams, die sich nichts schenkten.
Nabburg glich in der 45. Minute tatsächlich zum 23:23 aus. Kurz darauf vergaben die Gäste sogar einen Siebenmeter, der das Spiel hätte drehen können.
Als Nabburg in der 48. Minute erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung ging, bebte die Halle. Doch die SG zeigte beeindruckende Moral:
- Milla Rohn traf eiskalt zum 24:24.
- In der 49. Minute kassierte Nabburg eine weitere Zeitstrafe.
- Und dann kam der Moment des Spiels: Lena Buhr fasste sich ein Herz und versenkte einen Strafwurf drei Sekunden vor Schluss beherzt zum umjubelten 25:24‑Siegtreffer.
Fazit
Die SG Regensburg zeigte eine beeindruckende Teamleistung, getragen von Kampfgeist, Spielfreude und mentaler Stärke. Trotz eines zwischenzeitlichen Einbruchs bewahrten die Mädels kühlen Kopf und entschieden das Spiel in einer dramatischen Schlussphase für sich.
Ein Sieg, der Mut macht und zeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt.