Vor einer restlos ausverkauften Halle und lautstark anfeuernden Fans haben die Adler ein extrem intensives und körperbetontes Handballspiel gegen Landshut für sich entschieden. In einer Partie mit vielen Wendungen bewies das Team vor allem Moral – und hatte am Ende den längeren Atem.
„Es war ein extrem körperliches Spiel“, sagte Kreisspieler Simon Sehnke nach der Begegnung. „Wir kommen in der Abwehr nicht ganz so gut rein wie gegen München. Landshut geht weniger Tempo, und dadurch kämpfen wir uns erst ins Spiel rein.“
Dennoch starteten die Adler ordentlich. Nach 18 Minuten stand es 11:9, ehe sich ein ausgeglichenes Hin und Her entwickelte. „Mal plus eins, mal minus eins – es war eigentlich immer ein ziemliches Hin und Her“, beschrieb Sehnke die erste Halbzeit, die folgerichtig mit einem 16:16 endete.
Bereits im ersten Angriff mussten die Gäste jedoch einen herben Rückschlag verkraften: Philipp Saborowski verletzte sich am Arm und konnte nur noch kurz eingesetzt werden. „Wir hatten uns die ganze Woche auf ihn eingestellt“, erklärte Sehnke. „Er sollte eigentlich vorne auf der Mitte verteidigen. Dass er sich gleich im ersten Angriff verletzt, war natürlich unglücklich.“
Der Beginn der zweiten Halbzeit lief aus Adler-Sicht alles andere als nach Plan. „Wir starten extrem schlecht“, so Sehnke selbstkritisch. „Wir lassen Landshut viel zu frei werfen, sind zu passiv und gehen nicht raus auf die Rückraumspieler. Den Kreis haben wir teilweise komplett freistehen lassen.“
Auch Johannes Simbeck fand klare Worte: „Wir sind sehr schlecht ins Spiel gestartet. Die Abwehr stand zu defensiv, wir haben leichte Treffer von hinten bekommen, und die Torhüter haben wenig gehalten.“ Anfang der zweiten Hälfte verschärfte sich die Situation sogar noch: „Da waren wir mit fünf Toren hinten – das darf uns eigentlich nicht passieren.“
Der Wendepunkt kam schließlich über das Tor. „Matja hält dann den ersten Ball aus dem Rückraum“, erinnerte sich Simbeck. „Das hatte einen extrem großen Einfluss auf uns, vor allem in der Defensive.“ Auch Sehnke lobte den Schlussmann: „Er hält auf einmal Paraden, die wir vorher nicht hatten – und genau die haben wir gebraucht. Für mich war er der Matchwinner.“
Mit zunehmender Spielzeit stabilisierte sich die Abwehr, und auch das Angriffsspiel gewann an Tempo. „Wir waren dann deutlich schneller vorne“, so Simbeck. „Dadurch sind wir zu mehr einfachen Toren gekommen.“ In der 47. Minute war beim Stand von 24:24 wieder alles offen.
Angeführt vom überragenden Sebastian Simbeck, der mit neun Treffern bester Torschütze der Partie war, rissen die Adler das Spiel in der Schlussphase an sich. „Am Ende hatten wir einfach mehr Wille“, betonte Sehnke. „Wir wollten es unbedingt mehr – und haben es dann einfach gezogen.“
Auch das Publikum spielte eine entscheidende Rolle. „Die Halle war voll, die Fans haben uns extrem gepusht“, sagte Sehnke. „Gerade in den schwierigen Phasen war das enorm wichtig.“
Simbeck brachte es abschließend auf den Punkt: „Dieses Mal hatten wir das Glück, das uns im Hinspiel gefehlt hat.“
Durch den gleichzeitigen Sieg von Rothenburg gegen Bayreuth übernehmen die Adler nun die Tabellenführung – und das trotz eines Spiels weniger als Bayreuth.