Mit einem deutlichen Ausrufezeichen sind die Adler Regensburg ins Handballjahr 2026 gestartet. Beim Aufsteiger TSV Ismaning feierte das Team mit etwas Spielstartverzögerung einen klaren 40:20-Auswärtserfolg und bestätigte eindrucksvoll seine Ambitionen – auch wenn im Vorfeld eindringlich vor einem Selbstläufer gewarnt worden war.
Nach der Winterpause lag der Fokus zunächst darauf, wieder in den Rhythmus zu finden. Tom Weikl erklärte, dass man sich in der Vorbereitung bewusst auf die eigenen Abläufe konzentriert habe: „Wir hatten drei Trainingseinheiten mit Ball und eine ohne Ball. Viel sechs gegen sechs, viele Spielzüge – nichts Spektakuläres, sondern einfach reinkommen.“ Entsprechend sei auch der Matchplan klar gewesen: auf sich selbst schauen, Stabilität finden, Sicherheit gewinnen.
Dass dieser Ansatz aufging, zeigte sich von Beginn an. Die Adler erwischten einen Traumstart, setzten sich früh ab und hatten die Partie jederzeit unter Kontrolle. „Wir haben unser Ding gemacht – und das hat am Ende sehr gut funktioniert“, so Weikl. Sowohl Abwehr als auch Angriff griffen ineinander, selbst das Fehlen von Cheftrainer Benjamin Herth, der parallel beim Deutschland-Cup in Hannover im Einsatz war, machte sich nicht bemerkbar.
Jakob Kassing hob vor allem die Anfangsphase hervor: „Wir waren von der ersten Minute voll da. Ich glaube, wir sind 8:1 gestartet.“ Die aggressive Abwehrarbeit und ein starker Rückhalt im Tor sorgten dafür, dass Ismaning früh den Zugriff verlor. Offensiv wurden die Chancen konsequent genutzt – ein Punkt, der nach Abschlussproblemen im Training am Vortag noch gezielt thematisiert worden war. „In der ersten Halbzeit haben wir das richtig gut gemacht“, bilanzierte Kassing, auch wenn in der zweiten Hälfte wieder etwas Nachlässigkeit einkehrte.
Mit zunehmender Spieldauer schalteten die Adler einen Gang zurück, ohne jedoch die Kontrolle abzugeben. Der Vorsprung wuchs weiter an, am Ende stand ein klares 40:20 auf der Anzeigetafel. „Zwei Punkte, deutlicher Sieg – unter dem Strich passt das“, so Kassing. Auch wenn aus seiner Sicht defensiv sogar noch weniger Gegentore möglich gewesen wären.
Auf der Bank übernahm Torwarttrainer Roy Müller die Verantwortung – und erlebte dabei ein besonderes Spiel. „Das Bauchkribbeln war schon ein anderes“, gab Müller zu. Nach einem durchwachsenen Abschlusstraining am Vortag sei eine gewisse Anspannung da gewesen, doch die Mannschaft habe schnell für Ruhe gesorgt. „Wir haben eine sehr gute Runde gespielt. Das muss man auch erst mal so machen.“
Mit der Abwehr- und Torhüterleistung zeigte sich Müller hochzufrieden. „Zehn Gegentore pro Halbzeit sind insgesamt eine starke Abwehr- und Torwartleistung.“ Kleinere Phasen mit etwas Chaos seien bei einer so deutlichen Führung verständlich gewesen, änderten aber nichts am Gesamtbild. Ein besonderes Highlight? Für Müller ganz klar: das letzte Tor zum 40:20 – der Schlusspunkt eines rundum gelungenen Abends.
Ein einzelnes spielerisches Highlight wollte auch Weikl nicht herausheben, verwies aber auf das Comeback-Tor von Jan Brüning-Wolter als schönen Moment. Kassing nannte eine Doppelparade von Torhüter Matja als Szene, die sinnbildlich für die defensive Stabilität stand.
So wurde aus dem vermeintlich unangenehmen Auswärtsspiel beim Aufsteiger ein Start nach Maß ins neue Jahr. Die Adler nahmen die Aufgabe ernst, setzten ihre Qualität durch – und konnten mit breiter Brust die sehr verschneite Heimreise antreten.