Auch im zweiten Spiel ihrer ersten Drittligasaison bleiben die Regensburg Adler ohne Punkte. Im bayerischen Duell beim HC Erlangen II musste sich die Mannschaft von Trainer Benni Herth am Sonntagnachmittag mit 31:37 geschlagen geben. Nach einem ausgeglichenen Beginn und einer Aufholjagd vor der Pause wurde den Adlern vor allem ein schwacher Start in die zweite Halbzeit zum Verhängnis.

Die Regensburger fanden zunächst gut in die Partie. Gegen die junge und temporeiche Mannschaft des Bundesliganachwuchses entwickelte sich eine intensive Anfangsphase, in der sich zunächst kein Team entscheidend absetzen konnte.

„Erlangen war wie zu erwarten ein wirklich harter Gegner“, resümierte Johannes Simbeck. Besonders die Laufbereitschaft und die körperliche Stärke der jungen Erlanger Mannschaft hätten den Adlern einiges abverlangt.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit schlichen sich bei Regensburg jedoch zunehmend Fehler ein. Im Angriff blieben Chancen ungenutzt, hinzu kamen technische Fehler. Gleichzeitig gelang es der Adlerabwehr nur phasenweise, den schnellen und beweglichen Erlanger Angriff zu kontrollieren. Vor allem im Eins gegen Eins im Mittelblock stellten die Gastgeber die SG immer wieder vor Probleme und erspielten sich einen Vorsprung.

„Wir hatten in der ersten Halbzeit einen kleinen Knick drin, haben viel verworfen und einige technische Fehler gemacht“, analysierte Simbeck.

Zum Ende des ersten Durchgangs zeigte die SG jedoch eine starke Reaktion. Die Adler verkürzten den Rückstand wieder und verhinderten, dass sich Erlangen bereits vor der Pause deutlicher absetzen konnte. Beim Stand von 18:16 für die Gastgeber ging es in die Kabinen. „Wir haben uns zum Ende hin noch einmal zurückgekämpft. Das war ein gutes Zeichen von uns“, so Simbeck.

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Regensburgern allerdings nicht, diesen Schwung mitzunehmen. Sowohl offensiv als auch defensiv fehlte zunächst der Zugriff. Erlangen bestrafte die Fehler konsequent und baute den knappen Pausenvorsprung innerhalb kurzer Zeit auf sieben Tore aus.

Damit stand die SG früh im zweiten Durchgang vor einer schwierigen Aufgabe. Im Positionsangriff fehlte die nötige Tiefe, um die Erlanger Defensive konsequent unter Druck zu setzen. Trainer Benni Herth reagierte und ließ seine Mannschaft mit sieben Feldspielern agieren.

Die Umstellung zeigte Wirkung. Im 7 gegen 6 fanden die Adler wieder bessere Lösungen und erspielten sich Möglichkeiten, den Rückstand zu verkürzen. Für eine erneute Wende reichte es jedoch nicht mehr. Erlangen ließ Regensburg nicht entscheidend herankommen und brachte die Führung letztlich sicher ins Ziel.

Mit 37:31 gingen die beiden Punkte an den HC Erlangen II. Für die Adler endet damit auch das zweite Auswärtsspiel der Saison ohne Zählbares.

Einen starken Auftritt zeigte Johannes Simbeck. Mit neun Treffern war er erfolgreichster Torschütze der Regensburger. Nach der Partie richtete er den Blick dennoch vor allem auf die Bereiche, in denen sich die Mannschaft verbessern muss. „Wir haben gesehen, dass wir bei vielen Sachen noch extrem Potenzial nach oben haben.“

Gerade die Partie in Erlangen zeigte, wie entscheidend Konstanz in der neuen Spielklasse ist. Gute Phasen allein reichen nicht aus, wenn technische Fehler, vergebene Chancen und fehlender Zugriff in der Defensive dem Gegner Möglichkeiten bieten, sich abzusetzen. Gleichzeitig funktionierte die Umstellung auf das 7 gegen 6 und gab der SG eine weitere taktische Option für die kommenden Aufgaben.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht. Bereits am kommenden Samstag, 12. September, um 19.30 Uhr steht für die Adler das dritte Auswärtsspiel in Folge an. Dann gastiert die SG Regensburg beim TSB Schwäbisch Gmünd in der Großen Sporthalle.

Dabei kommt es zu einem echten Aufsteigerduell. Die Adler schafften als Meister der Regionalliga Bayern den Sprung in die 3. Liga, Schwäbisch Gmünd gelang als Meister der Regionalliga Baden Württemberg erstmals in der Vereinsgeschichte der Aufstieg in Deutschlands dritthöchste Spielklasse.

Der TSB hat seine ersten Drittligapunkte bereits auf dem Konto. Nach der 25:33 Auftaktniederlage beim VfL Pfullingen feierten die Gmünder am vergangenen Wochenende einen knappen 32:31 Heimsieg gegen die Rhein-Neckar Löwen II.

Damit wartet auf die Adler eine Partie mit besonderer Bedeutung. Zwei Aufsteiger treffen direkt aufeinander und beide wissen, wie wertvoll Punkte in diesen Duellen sein können. Schwäbisch Gmünd möchte seinen erfolgreichen Heimauftakt bestätigen, Regensburg dagegen nach zwei Niederlagen sein Punktekonto eröffnen. Im direkten Aufsteigerduell dürfte deshalb keiner der beiden Mannschaften bereit sein, etwas herzuschenken.

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Text: Romy Mulitze 
Bild: Hans-Jürgen Krieg