Historische Heimpremiere: Adler empfangen die HSG Konstanz

Regensburg. Drei Auswärtsspiele, die ersten beiden Drittligapunkte im Gepäck und jetzt endlich zuhause: Am Samstag wartet auf die Regensburg Adler der nächste Meilenstein ihrer noch jungen Geschichte in der 3. Liga. Um 16 Uhr empfängt die Mannschaft von Trainer Benni Herth die HSG Konstanz zur Heimpremiere in der Sporthalle Königswiesen. Es ist zugleich das erste Pflichtspiel im neuen Wohnzimmer der Adler.

Der Zeitpunkt könnte aus Regensburger Sicht kaum besser sein. Nach den Niederlagen beim amtierenden Meister Kornwestheim und beim HC Erlangen II belohnte sich die SG am vergangenen Wochenende erstmals für ihre starken Auftritte. Im direkten Aufsteigerduell beim TSB Schwäbisch Gmünd feierten die Adler mit dem 31:27 ihren ersten Drittligasieg.

Für Herth war dieser Erfolg wichtig, soll aber keineswegs zu Zufriedenheit führen. „Der Sieg tut gut und ist ein bisschen wie neues Holz, das wir in unserem Ofen nachgelegt haben“, sagt der Adlercoach. Der Blick geht bereits wieder nach vorne: „Wir haben uns über den Sieg gefreut und jetzt geht es Vollgas weiter.“

Mit der HSG Konstanz wartet nun ein Gegner, der viel Erfahrung im höherklassigen Handball mit nach Regensburg bringt. Seit der Saison 2015/16 war die HSG entweder Meister der 3. Liga mit anschließendem Aufstieg oder spielte in der 2. Bundesliga. Insgesamt verbrachten die Konstanzer neun Jahre in Deutschlands zweithöchster Spielklasse. Die vergangene Saison verlief mit Rang zehn in der 3. Liga allerdings enttäuschend. Für 2026/27 hat der Verein deshalb unter Head Coach Ralf Bader einen „echten Neustart“ ausgerufen.

Die HSG setzt dabei auf einen jungen Kader. Fast alle Spieler sind Anfang oder Mitte 20, zehn stammen aus dem eigenen Nachwuchs. Vor der Saison wurde die Mannschaft gezielt ergänzt. Torhüter Adam Studentkowski kam von Pforzheim/Eutingen, Philipp Hlawatsch aus Fürstenfeldbruck und mit Janne Pietrusky kehrte ein gebürtiger Konstanzer aus Leipzig an den Bodensee zurück. Hlawatsch ist dabei als Spielmacher eingeplant.

Konstanzer Gefahr verteilt sich auf mehrere Schultern

Ein besonderes Augenmerk müssen die Adler auf Lars Michelberger und Jan Stotten legen. Beide führen nach den ersten beiden Saisonspielen mit jeweils elf Treffern die interne Torschützenliste der HSG an.

Dahinter folgen Maxim Pliuto mit neun Treffern, davon sechs vom Siebenmeterpunkt, und Kreisläufer Michel Stotz mit acht Toren. Auch Sven Iberl und Janne Pietrusky steuerten bereits sieben beziehungsweise sechs Treffer bei. Die Zahlen zeigen: Konstanz verfügt über mehrere gefährliche Optionen im Angriff.

Das bekam zuletzt auch der TV Bittenfeld II zu spüren. Konstanz setzte sich dort mit 29:26 durch und holte nach der 33:38 Auftaktniederlage beim amtierenden Meister Kornwestheim die ersten Punkte. Damit reisen die Gäste ebenso wie die Adler mit einem Erfolgserlebnis nach Regensburg.

Adlerangriff zeigt seine Breite

Verstecken muss sich der Aufsteiger vor dieser Qualität nicht. Die ersten drei Partien haben gezeigt, dass Regensburg auf Drittliganiveau mithalten kann. Besonders der Auftritt in Schwäbisch Gmünd unterstrich eine Stärke, die die Adler bereits in ihrer Meistersaison ausgezeichnet hatte: Die offensive Verantwortung verteilt sich auf viele Schultern.

Die Jets versuchten, Sebastian Simbeck mit einer Manndeckung aus dem Spiel zu nehmen. Darauf fanden die Adler andere Lösungen. Allen voran Tom Weikl, der mit zehn Treffern eine herausragende Partie aus dem Rückraum zeigte. Nach drei Spieltagen steht Weikl bereits bei 20 Saisontoren. Dahinter folgen Johannes Simbeck mit 15 und Sebastian Simbeck mit 14 Treffern.

Auch Jan Wilsdorf setzte in Schwäbisch Gmünd ein Ausrufezeichen. Der Kreisläufer erzielte sein erstes Drittligator und kam am Ende gleich auf sechs Treffer.

Damit könnte am Samstag besonders interessant werden, welche Mannschaft es besser schafft, die unterschiedlichen offensiven Waffen des Gegners in den Griff zu bekommen. Während bei Konstanz Michelberger und Stotten bislang vorangehen, haben die Adler bereits gezeigt, dass sie auch dann Lösungen finden können, wenn ein Leistungsträger gezielt aus dem Spiel genommen wird.

„Wir wissen, dass wir in der Liga punkten können“

Mit den ersten beiden Punkten ist auch das Vertrauen in die eigene Stärke gewachsen. Für Herth ist dennoch klar, dass es gegen die Gäste vom Bodensee erneut eine Leistung am Limit brauchen wird.

„Mit einer starken Leistung am Optimum ist auch so ein guter Gegner wie Konstanz zu packen“, sagt der Trainer. „Das wird nicht einfach, keine Frage. Aber die Mannschaft macht einen hungrigen Eindruck.“

Auch Kapitän Jakob Kassing nimmt eine wichtige Erkenntnis aus Schwäbisch Gmünd mit: „Wir wissen mit dem Sieg im Rücken, dass wir auch in der Liga punkten können.“ Gleichzeitig erwartet er eine anspruchsvolle Aufgabe: „Konstanz ist ein Top Gegner und eine absolut gute Mannschaft in der 3. Liga. Wir werden ihnen über 60 Minuten das Spiel so schwer wie möglich machen und hoffen, dass die zwei Punkte in Regensburg bleiben.“

Endlich zuhause

Neben der sportlichen Herausforderung macht vor allem die Kulisse den Samstag zu einem besonderen Tag. Zum ersten Mal dürfen die Adler in der 3. Liga vor heimischem Publikum auflaufen und gleichzeitig ihr neues Zuhause in Königswiesen beziehen.

„Die Vorfreude ist riesig“, sagt Kassing. Die größere Halle bietet Platz für deutlich mehr Unterstützung von den Rängen. „Wir würden uns riesig freuen, wenn die Halle voll wird.“

Auch Herth hofft darauf, dass Königswiesen gleich bei der Premiere zum Heimvorteil wird: „Wir freuen uns auf den Start in der neuen Heimhalle und hoffen, dass eine volle Hütte auf uns wartet, die uns nach vorne pusht.“ Dafür möchte seine Mannschaft etwas zurückgeben: „Wir wollen guten und attraktiven Handball zeigen und am Ende auch Zählbares in Regensburg behalten.“

Nach dem ersten Drittligasieg wartet damit direkt die nächste große Herausforderung. Doch diesmal haben die Adler etwas, worauf sie an den ersten drei Spieltagen verzichten mussten: Ihre Fans im Rücken.

Am Samstag beginnt ein neues Kapitel der Regensburger Handballgeschichte. Zum ersten Mal heißt es in der Sporthalle Königswiesen:

Heimspiel in der 3. Liga.

SG Regensburg gegen HSG Konstanz
Samstag, 19. September 2026, 16 Uhr
Sporthalle Königswiesen, Regensburg

Alle in die Halle und gemeinsam das neue Wohnzimmer der Adler zum Leben erwecken.

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Text: Romy Mulitze 
Bild: Hans-Jürgen Krieg