Was für eine Reaktion auf die Niederlage in Balingen! Die Regensburg Adler bezwingen den TSB Heilbronn-Horkheim nach einer überragenden ersten Halbzeit mit 38:35. Vor 461 Zuschauern in der Sporthalle Königswiesen legt die Mannschaft von Trainer Benni Herth mit einer 19:11 Pausenführung den Grundstein für den vierten Saisonsieg. In der Schlussphase wird es allerdings noch einmal spannend.
Regensburg. Mit einer beeindruckenden Vorstellung haben die Regensburg Adler am Samstagabend ihre Heimstärke in der 3. Liga erneut unter Beweis gestellt. Gegen den TSB Heilbronn-Horkheim, der die vergangene Saison auf dem zweiten Tabellenplatz abgeschlossen hatte, feierte die Mannschaft von Trainer Benjamin Herth einen verdienten 38:35 Erfolg. Nach dem enttäuschenden Auswärtsauftritt in Balingen zeigte sich der Aufsteiger von seiner besten Seite und ließ insbesondere in den ersten 30 Minuten erkennen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.
Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als einfach. Nach den jüngsten Verletzungsrückschlägen mussten die Regensburger erneut wichtige Spieler ersetzen. Doch anstatt sich von der angespannten Personalsituation ausbremsen zu lassen, präsentierten sich die Gastgeber hochkonzentriert und mit einer beeindruckenden mannschaftlichen Geschlossenheit.
Eine erste Halbzeit der Extraklasse
Von Beginn an zeigten die Adler genau jene Leidenschaft und Entschlossenheit, die Trainer Herth nach der Niederlage in Balingen eingefordert hatte. Zwar gingen die Gäste zunächst zweimal in Führung, doch Regensburg fand sofort die passenden Antworten. Jonas Schmidt brachte die SG in der vierten Minute erstmals mit 3:2 nach vorne, wenig später erhöhte Torhüter Bálint Kaiser mit einem eigenen Treffer auf 5:2.
Die Defensive stand kompakt, arbeitete aggressiv und zwang Horkheim immer wieder zu schwierigen Abschlüssen. Gleichzeitig überzeugten die Gastgeber mit einem schnellen, variablen Angriffsspiel. Nach nicht einmal zehn Minuten stand es bereits 9:3, woraufhin die Gäste mit einer frühen Auszeit reagierten.
Doch die Adler ließen sich nicht aus dem Rhythmus bringen. Simon Sehnke und Tom Weikl bauten den Vorsprung weiter aus, ehe Lukas Dude in der 17. Minute zum 12:4 traf. Selbst gegen die offensivstarken Gäste fand Regensburg immer wieder Lösungen und setzte sich zwischenzeitlich auf zehn Treffer ab. Mit einer hochverdienten 19:11 Führung ging es schließlich in die Kabinen.
Trainer Benni Herth geriet nach der Partie regelrecht ins Schwärmen: „Die erste Halbzeit muss man noch einmal besonders herausheben. Das war schon erste Sahne, was wir da aufs Parkett gebracht haben. Wir haben uns diese hohe Pausenführung absolut verdient.“
Auch Jonas Schmidt, der später zum MVP gewählt wurde, sah die konsequente Umsetzung der Trainingsinhalte als entscheidenden Faktor: „Wir haben in der ersten Halbzeit genau das gemacht, was wir in der Trainingswoche vorbereitet hatten. Wir waren super auf den Gegner eingestellt und haben uns auf der Platte einfach richtig gut gefühlt.“
Horkheim kämpft sich zurück
Nach dem Seitenwechsel knüpften die Adler zunächst an ihre starke Leistung an. Tom Weikl erhöhte unmittelbar auf 20:11, Simon Sehnke legte zum 21:12 nach. Die Regensburger hielten den Vorsprung zunächst konstant und ließen den Gästen kaum Möglichkeiten, entscheidend zu verkürzen.
Doch mit zunehmender Spieldauer machte sich der hohe Aufwand bemerkbar. Horkheim fand offensiv bessere Lösungen, während sich bei den Gastgebern immer häufiger Unkonzentriertheiten einschlichen. Noch in der 49. Minute führte Regensburg nach einem Treffer von Tom Weikl mit 32:23, ehe die Gäste mit einer offensiveren Deckung den Druck erhöhten.
Die Adler leisteten sich nun mehr Fehler, die Horkheim konsequent ausnutzte. Der Vorsprung schmolz zunehmend, beim 33:28 in der 53. Minute waren es nur noch fünf Treffer. Wenig später kämpften sich die Gäste sogar auf 35:33 heran und sorgten damit für eine spannende Schlussphase.
„In der zweiten Halbzeit hatten wir zunehmend das Gefühl, dass wir das Spiel schon in der Hand haben“, erklärte Schmidt. „Dadurch haben wir mehr Fehler gemacht, die Horkheim immer besser ausgenutzt hat. Gerade in solchen Schlusssituationen müssen wir künftig einen klaren Kopf behalten.“
Doch als es darauf ankam, fanden die Regensburger die entscheidenden Antworten. Sebastian Simbeck erhöhte auf 36:33, Tom Weikl stellte kurz darauf auf 37:34. Den Schlusspunkt setzte schließlich Johannes Simbeck mit seinem Treffer zum 38:35 Endstand.
Die zwischenzeitlich komfortable Führung war zwar deutlich zusammengeschmolzen, doch die Adler hatten sich ihren Erfolg mit einer herausragenden Mannschaftsleistung über weite Strecken verdient.
Schmidt überzeugt als MVP, Weikl trifft zehnmal
Auch individuell gab es auf Regensburger Seite einige bemerkenswerte Leistungen. Tom Weikl war mit zehn Treffern erneut erfolgreichster Torschütze der Adler. Dahinter folgten Sebastian Simbeck und Jonas Schmidt mit jeweils sechs Toren. Simon Sehnke steuerte vier Treffer bei. Aufseiten der Gäste war Andreas Schröder mit acht Toren am erfolgreichsten.
Zum MVP des Spiels wurde Jonas Schmidt gewählt. Der Rückraumspieler überzeugte dabei nicht nur mit seiner Torgefahr, sondern insbesondere durch seinen leidenschaftlichen Einsatz in der Defensive.
„Ich bin natürlich sehr froh, dass es am Samstag so gut für mich funktioniert hat“, sagte Schmidt. „Die sechs Tore waren für mich gar nicht unbedingt das Highlight. Ich glaube, vor allem mein Einsatz in der Abwehr hat dazu beigetragen, dass ich zum MVP gewählt wurde.“
Für Schmidt war der Erfolg gleichzeitig ein Beleg dafür, dass die Adler auch gegen etablierte Drittligamannschaften bestehen können. Vor der Partie hatte Herth seiner Mannschaft noch mitgegeben, dass es sich nicht um ein Pflichtsiegspiel handle. Umso größer war die Freude darüber, dass sich die Regensburger gegen den favorisierten Gegner durchsetzen konnten.
Königswiesen entwickelt sich zur Festung
Mit dem vierten Saisonsieg stehen die Regensburg Adler nach sieben Spielen nun bei 8:6 Punkten. Besonders die bisherige Heimbilanz kann sich sehen lassen: Nach den Erfolgen gegen Konstanz und Albstadt gelang nun auch gegen Horkheim ein Sieg.
Herth zeigte sich entsprechend stolz auf seine Mannschaft. „Die Jungs haben das alle mega gemacht und können stolz auf sich sein, dass wir gegen so einen starken Gegner wieder zu Hause gepunktet haben.“
Für den Regensburger Trainer ist der Erfolg zugleich ein weiterer Schritt auf dem Weg, die Sporthalle Königswiesen dauerhaft zu einem unangenehmen Pflaster für die Konkurrenz zu machen.
„Es ist natürlich stark, dass wir jetzt auch das dritte Heimspiel positiv gestalten konnten. Daran wollen wir weiter anknüpfen, unsere Leistungen zu Hause konservieren und das Publikum auch weiterhin mit Punkten verwöhnen“, sagte Herth.
Die bisherigen Auftritte geben allen Grund zur Zuversicht. Während die Adler auswärts noch nach der nötigen Konstanz suchen, haben sie sich vor heimischem Publikum bereits zu einem ernst zu nehmenden Gegner entwickelt. Mit leidenschaftlichem Handball, einer geschlossenen Mannschaftsleistung und der Unterstützung von den Rängen wächst in Königswiesen etwas zusammen.
Drei Heimspiele. Drei Siege. Der Adlerhorst bleibt ungeschlagen.
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Text: Romy Mulitze
Bild: Adler Regensburg
